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Die Trockenmauern

Trockenmauern finden sich nicht nur in Weinbergen, sondern an vielen Orten quer durch Europa. Jahrhundertelang war das Handwerk des Trocken- oder Feldmauerers fast schon eine Kunstform. Können und Kenntnisse wurden dabei meist von Generation zu Generation überliefert. Wo immer man auf die beeindruckenden Ergebnisse dieses Handwerks trifft, sind diese von einer besonderen Anziehungskraft und immer wieder bestaunenswert.

In terrassierten Steillagen bildeten und bilden die Trockenmauern die wichtigste Basis für den Weinbau indem sie Erosion verhindern und die Bewirtschaftung überhaupt erst ermöglichen. Viele Steillagen haben eine so extreme Hangneigung, dass ohne die angelegten Terrassen ein Bewirtschaftung völlig unmöglich wäre.

Darüber hinaus verstärken die Steine die Sonneneinstrahlung und speichern am Tag Wärme, die sie abends und in der Nacht an obere Erdschichten wieder abgeben und so die nächtliche Abkühlung vermindern. Terrassierte Steillagen sind bis zu 5° Celsius wärmer als vergleichbare Weinbergslagen ohne Steinmauern.

Die Steine für diese Trockenmauern stammten hauptsächlich aus örtlichen Steinbrüchen. Aber auch Lesesteine wurden verwendet und kamen vor allem bei der Hintermauerung zum Einsatz. Die Hintermauerung, zu finden hinter der eigentlichen Trockenmauer, diente und dient als Filter- und Frostschutzschicht. Auch wenn es verwundern mag, Trockenmauern haben sich in Weinbergen wegen ihrer Wasserdurchlässigkeit als stabiler erwiesen als mit Mörtel verfugtes Mauerwerk. Eine sorgfältig errichtete Trockenmauer kann 100 Jahre und mehr überdauern. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass das Ausbessern von Trockenmauern nicht nur einen hohen körperlichen Einsatz erfordert, sondern auch viel Erfahrung und handwerkliches Können im Umgang mit Natursteinen bedingt.

Die Trockenmauern sind nicht nur Zufluchtstätte für eine Vielzahl sonnenliebender Pflanzenarten, sondern bieten auch Tierarten ihrer Umgebung zusätzlich Lebensraum und Nahrung. Stellvertretend sei hier die Mauereidechse (Podarcis muralis) erwähnt, die seit geraumer Zeit unsere Etiketten und Flaschenverschlüsse ziert.